Deutschland: Preis für gewaltfreies Handeln

17.10.2018

ZFD-Träger EIRENE erhält den Evangelischen Friedenspreis 2018. Der Preis würdigt das weltweite Engagement für Gewaltfreiheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit der international tätigen Organisation. Er wird von der EAK in Kooperation mit der EKD vergeben. Die Preisverleihung fand in der vergangenen Woche im Berliner Bonhoeffer-Haus statt. Die Laudatio hielt Peter Steudtner.

EIRENE wurde 1957 als Initiative einiger weniger Freiwilliger gegründet. Im Verlauf von sechs Jahrzehnten hat sich der „Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE e.V.“ zu einer Organisation mit über 30 Hauptamtlichen und etwa 100 Ehrenamtlichen entwickelt. Treu geblieben ist sich EIRENE (griechisch für Frieden) in der Verpflichtung zur gewaltfreien Arbeit für den Frieden. Jährlich entsendet EIRENE rund 70 Freiwillige und 30 Fachkräfte in mehr als ein Dutzend Länder Europas, Afrikas, Nord-, Süd- und Mittelamerikas. Die internationale Geschäftsstelle liegt seit 1976 in Neuwied am Rhein. Seit der Gründung haben mehr als 3.000 Personen einen Friedensdienst über EIRENE geleistet. Seit 1999 führt EIRENE auch Projekte des Zivilen Friedensdienstes durch, aktuell mit 16 ZFD-Fachkräften in Burundi, DR Kongo, Niger, Mali, Burkina Faso und Bolivien.

Wie vielfältig die Arbeit von EIRENE ist, zeigte sich auch bei der Preisverleihung in Berlin. Jacques Raphael Asunge von der Partnerorganisation Solidarité des Volontaires pour l’Humanité (SVH) in der Demokratischen Republik Kongo betonte die wichtige Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, die einen guten Erfahrungsaustausch ermöglicht und hilft, die Friedensarbeit anderer zu entdecken. Und Rosemary Nina Calcina aus Bolivien, die derzeit als Freiwillige für EIRENE in Deutschland arbeitet, schilderte das gegenseitige Lernen und Erfahren von Friedensarbeit durch Menschen aus vielen Ländern. „Friedensarbeit bei EIRENE, das ist ein ganzes Orchester von Friedensstimmen“, so Dr. Charlotte Eisenberg, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende von EIRENE.

Dieses Engagement für gewaltfreies Handeln und zivile Konfliktbearbeitung würdigt die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) nun mit dem „Friedrich Siegmund-Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln“. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als „Evangelischer Friedenspreis“ verliehen. Die Preisverleihung fand am 9. Oktober 2018 in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte Bonhoeffer-Haus in Berlin statt. Die Laudatio hielt der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner, der seit vielen Jahren mit dem Zivilen Friedensdienst verbunden ist.

„Dieser Förderpreis soll Mut machen, er ist eine Anstachelung und gibt Kraft für die weitere Arbeit von EIRENE“, unterstrich Steudtner. Es sei wichtig, dass der Friedensdienst auch weiterhin Räume schaffe für Entwicklung, Frieden und zivilgesellschaftliches Engagement. „Und dabei soll EIRENE auch weiterhin unbequem sein, Risiken in Kauf nehmen und positiven Frieden gemeinsam global und lokal fördern und selbst leben“, so der Menschenrechtsaktivist.

Mit dem Siegmund-Schultze-Förderpreis zeichnet die EAK seit 1994 in unregelmäßigen Abständen die Arbeit von Menschen und Organisationen aus, die sich für Gewaltfreiheit und Friedensförderung einsetzen. Zuletzt wurde der Preis 2014 an die ZFD-Partnerorganisation Combatants for Peace verliehen, über deren Arbeit wir in unserem Dossier Gewaltprävention ausführlich berichten. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, die aus Spenden finanziert werden. Der Name erinnert an das Wirken des evangelischen Theologen und Sozialpädagogen Friedrich Siegmund-Schultze (1885-1969), der zugleich als Pionier der Friedensbewegung gilt. In diesem Jahr ist die Preisverleihung Teil der Aktivitäten der EKD zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.

 

Foto: Catharina Hangen/EKD