Berlinale: „The Silence of Others“ erhält Friedensfilmpreis

28.2.2018

Auf der diesjährigen Berlinale erhielt der Dokumentarfilm „The Silence of Others“ den 33. Friedensfilmpreis. Der Film beleuchtet die Schatten der spanischen Vergangenheit. Auf eindringliche Weise zeigt er, wie wichtig deren Aufarbeitung für das Leben in Gegenwart und Zukunft ist.

„The Silence of Others“ begleitet Opfer des Franco-Regimes (1939-1975) bei ihrem Kampf um Anerkennung und Wiedergutmachung. Über einen Zeitraum von sechs Jahren haben die beiden Filmemacher, die Spanierin Almudena Carracedo (*1972) und der US-Amerikaner Robert Bahar (*1975) mit Opfern, Angehörigen und Anwältinnen und Anwälten gesprochen. Die einfühlsamen Portraits machen deutlich, dass die Verbrechen der Vergangenheit bis heute nachwirken, vor allem, weil sie verdrängt und nicht aufgearbeitet wurden.

1977 hatte das spanische Parlament ein Amnestiegesetz erlassen. Verbrechen, die unter der Herrschaft von Diktator Francisco Franco verübt worden waren, wurden nicht verfolgt, Täter gingen straffrei aus. Viele Gräueltaten sind bis heute nicht aufgeklärt. Den Opfern wurde keine Gerechtigkeit zuteil, viele wurden nicht einmal als Opfer anerkannt. Der Film zeigt, wie die Protagonistinnen und Protagonisten beharrlich darum kämpfen, das staatlich verordnetet Schweigen zu durchbrechen und Gerechtigkeit zu erstreiten.

Im Rahmen der Berlinale 2018, den Internationalen Filmfestspielen Berlin, wurde „The Silence of Others“ am 25. Februar mit dem 33. Friedensfilmpreis ausgezeichnet. Der Preis würdigt Filme, die in herausragender Weise das friedliche Zusammenleben fördern und ist mit 5.000 Euro dotiert. Eine unabhängige Jury sichtet sektionsübergreifend die Filme der Berlinale und prämiert alljährlich den Film, der durch seine eindringliche Friedensbotschaft und seine ästhetische Umsetzung besticht.

In diesem Jahr bestand die Jury aus Miraz Bezar, Matthias Coers, Helgard Gammert, Florian Hoffmann, Lena Müller, Peter Steudtner und Burhan Qurbani. Hier finden Sie die Laudatio der Jury zur Verleihung des Friedensfilmpreises.

Zum Trägerkreis des Friedensfilmpreises zählt auch der Weltfriedensdienst, einer der neun Träger des Zivilen Friedensdienstes. Neben dem WFD wird der Friedensfilmpreis von der Heinrich Böll Stiftung und der Friedensinitiative Zehlendorf ausgerichtet. Der Friedensfilmpreis ist weltweit der einzige Friedenspreis, der auf einem A-Filmfestival verliehen wird.

„The Silence of Others“ hat übrigens nicht nur die Friedensfilm-Jury, sondern auch das Publikum überzeugt. Der Film gewann den Panorama Publikumspreis in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“. Der Panorama Publikumspreis ist der einzige offizielle Publikumspreis der Berlinale. Insgesamt wurden über 26.000 Stimmen abgegeben und ausgewertet. „The Silence of Others“ konnte sich gegen 20 zur Wahl stehende Dokumentarfilme behaupten.

 

Das Foto zeigt eine Szene aus dem Film "The Silence of Others" von Almudena Carracedo und Robert Bahar.