Ausgezeichnete Friedensarbeit

Der ZFD-Partner „Combatants for Peace“ ist für den Friedensnobelpreis nominiert. Die Organisation setzt sich für die Verständigung zwischen Menschen in Israel und den palästinensischen Gebieten ein.

 

Ausgezeichnet ist die Friedensarbeit der „Combatants for Peace“ ohnehin. Nicht allein wegen der zahlreichen Preise, die der Organisation bereits verliehen wurden. Die „Friedenskombattantinnen und -kombattanten“ leisten hervorragende Arbeit für den Frieden – in einem Konflikt, der komplexer, festgefahrener und aufgeladener kaum sein könnte. Nun wurden die „Combatants for Peace“ sogar für den Friedensnobelpreis nominiert.

Die Organisation ist seit vielen Jahren ein Partner des Zivilen Friedensdienstes (ZFD). Sie wurde von ehemaligen israelischen Soldatinnen und Soldaten und palästinensischen Kämpferinnen und Kämpfern gegründet, die beschlossen hatten, ihre Waffen niederzulegen. Gemeinsam arbeiten sie nun mit politischem Theater, Demonstrationen und Infoabenden gewaltfrei für gegenseitiges Verständnis zwischen Israelis und Palästinenserinnen und Palästinensern. Das ist selten leicht. Regelmäßig stoßen die „Combatants for Peace“ auf Widerspruch und Widerstand. Doch genau das ist Teil des Problems und auch Anspruch ihrer Arbeit: Vorbehalte und Widerstände durch gemeinsamen Dialog infrage stellen, aufweichen und überwinden.

Weit über die Grenzen bekannt wurde die Organisation durch ihre Zeremonie zum Israeli-Palestinian Memorial Day. Einmal im Jahr kommen Hinterbliebene und Angehörige beider Seiten zusammen, um gemeinsam der Opfer des langjährigen Konflikts zu erinnern. Sie setzen damit ein eindrucksvolles Zeichen für gelebte Verständigung und Versöhnung (vgl. unseren Beitrag vom 26. April 2017).

Der Nobelpreis wird im Dezember verliehen. Insgesamt gibt es 318 Nominierungen, 215 Personen und 103 Organisationen. Doch ganz egal, ob die „Combatants for Peace“ gewinnen oder nicht, bereits die Nominierung ist ein wichtiges Signal für alle Friedenskräfte, die sich im Nahostkonflikt engagieren: trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge weiter am Ball zu bleiben und sich unermüdlich für zivile Konfliktbearbeitung stark zu machen.

Derzeit engagieren sich 28 Fachkräfte des ZFD in Israel und den palästinensischen Gebieten für friedliche Koexistenz, Menschenrechte und Völkerrecht. Dabei wird mit verschiedenen Organisationen kooperiert. Immer wieder kommt es vor, dass das Engagement des ZFD in der Region kritisiert oder infrage gestellt wird. Meist wird die Kritik an der Kooperation mit der einen oder anderen Organisation festgemacht. Grundvoraussetzung einer Zusammenarbeit ist jedoch die Verpflichtung zu Gewaltfreiheit und einer friedlichen Konfliktbearbeitung. Das gilt für das Engagement des ZFD und seiner Partner in Israel und den palästinensischen Gebieten genauso wie überall sonst auf der Welt.
 

Mehr über die „Combatants for Peace“ erfahren Sie auf ihrer Homepage.

Mehr über die Arbeit des ZFD in Israel und den palästinensischen Gebieten erfahren Sie in unserer Projektdatenbank.