Tasks

When conflicts erupt into violence this does not occur as the result of one single "cause", but rather, as a consequence of very varied factors interacting. The tasks carried out and approaches used by the Civil Peace Service are similarly varied.

The Civil Peace Service supports local actors in a whole range of different areas:
If you click on one of the above areas you will see examples of projects in various countries (project descriptions are just available in German version).
Bosnien-Herzegowina: Interkulturelle Jugendarbeit (EIRENE)
Tschad: Mediation zwischen Viehaltern und Bauern (EIRENE)

Bosnien-Herzegowina: Interkulturelle Jugendarbeit (EIRENE)
Für Jugendliche wirken sich die ungelösten politischen Probleme und der wirtschaftliche Niedergang in Bosnien-Herzegowina besonders gravierend aus. Gemeinsam mit der Organisation Schüler helfen leben unterstützt EIRENE bosnische Partnergruppen bei ihrem Bemühen um Verständigung zwischen den Jugendlichen der verschiedenen Ethnien in Bosnien-Herzegowina. Dazu gehören Fortbildung und Beratung zum Aufbau von Schülerarbeit, die Durchführung von internationalen Begegnungen und auch der Betrieb eines interkulturellen Jugendzentrums in Sarajewo. In den Bereichen Kultur, Politik, Medien und Recht sollen Jugendliche aus verschiedenen Jugendorganisationen wieder zusammengeführt und über die Grenzen innerhalb des Landes hinweg Dialog und Begegnung wieder möglich gemacht werden. Die Jugendlichen sollen bewusst zur Teilnahme an den Belangen ihrer Gesellschaft ermutigt und mit den dazu erforderlichen Informationen und Fähigkeiten ausgestattet werden.

Dauer des Projektes: bis 31.7.2004
Personal: 1 ZFD-Friedensfachkraft


Tschad: Mediation zwischen Viehhaltern und Bauern im Tschad (EIRENE)
Durch den jahreszeitlichen Viehtrieb zwischen Norden und Süden des Tschad gibt es bereits eine Jahrhunderte alte Symbiose zwischen nomadisierenden Viehhaltern und sesshaften Bauern. Die ökologische Degradation im Sahel, zunehmende landwirtschaftliche Produktion für den Export (Baumwolle) und politische Auseinandersetzungen führen nun immer häufiger zu gewalttätigen Konflikten. Das Projekt zielt auf eine produktive Regelung dieser immer wiederkehrenden Konflikte. Die Zielgruppen (Vertreter von Viehhaltern und Bauern in ausgewählten Regionen des Tschad; traditionelle Chefs; Vertreter der lokalen Behörden) werden unter Mitarbeit der örtlichen Behörden Konfliktregelungskomitees auf lokaler Ebene bilden. Durch Fortbildung und die Erarbeitung geeigneter Lösungsmuster werden dauerhafte Regelungen bzw. Mechanismen zur ihrer Umsetzung erarbeitet. Begleitend wird das Thema durch Medien, Bildung und politische Lobbyarbeit in der Öffentlichkeit präsentiert.

Dauer des Projektes: bis 31.7.2004
Personal: 1 ZFD-Friedensfachkraft
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Palästina: Fortbildung für Traumatherapeutinnen (EED)
Südafrika: Traumabearbeitung für Opfer politischer Gewalt (Download) (WFD)

Palästina:
Die gewaltätigen Auseinandersetzungen in der Situation der Besatzung haben auf Seiten der palästinensischen Zivilbevölkerung zu einem immensen Bedarf an psychotherapeutischer Intervention zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse geführt. Das Guidance and Training Center for the Child and Family (GTC) ist eine im Mental-Health Bereich tätige NGO mit Sitz in Bethlehem. Die durch den Evangelische Entwicklungsdienst/Dienste in Übersee vermittelte Friedensfachkraft unterstützt die Arbeit des GTC durch die Fortbildung und Supervision von Trauma-Therapeutinnen und Sozialarbeiterinnen.
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Kambodscha: Training in ziviler Konfliktbearbeitung (DED)
Niger: Aufbau eines Netzwerkes von Trainerinnen und Trainern in gewaltfreier Konfliktbearbeitung(EIRENE)
Kolumbien: Verbreitung von Methoden gewaltfreier Konfliktbearbeitung (AGEH)

Kambodscha:
Bürgerkrieg und Gewaltherrschaft haben nicht nur zu mehr als zwei Millionen Todesopfern in Kambodscha geführt, sie haben auch zur Folge, daß die gewaltfreien Formen des Interessenausgleichs in den Hintergrund getreten sind und Konflikte - auch im häuslichen und alltäglichen Bereich - mit Gewalt, sogar Waffengewalt, ausgetragen werden.
SILAKA, eine 1997 aus einem Freiwilligenprojekt entstandene Organisation, möchte zur Verbreitung gewaltfreier Konfliktlösungsstrategien beitragen, indem es Trainingsmaßnahmen in Methoden der Zivilen Konfliktbearbeitung anbietet. Vor allem in abgelegenen ländlichen Gebieten bringen die einheimischen Trainer diesen Ansatz in die Arbeit von NRO und Regierungsstellen ein.
Eine Friedensfachkraft berät bei der Situationsanalyse und Entwicklung "maßgeschneiderter" Kurse. Das so neu entstandene Trainingsprogramm "Methator-Conflict Transformation Program" (Methator bedeutet in Khmer Mitgefühl, Liebe, Vergebung) besteht aus drei Projekten, die den Bedürfnissen der Zielgruppen angepasst sind:
  • Training für lokale NRO, buddhistische Mönche und Entwicklungskomitees zu Konflikten in den Gemeinden und Familien;
  • Training für lokale NRO und Provinzverwaltungen zu Konflikten beim Management natürlicher Ressourcen und
  • Training für Gemeinderäte, lokale NRO und Dorfälteste zu Dezentralisierung und Konflikten sowie deren Bearbeitung.

Niger:
Der Niger ist eines der Länder in Afrika südlich der Sahara, dessen Ressourcen durch Ausdehnung der Wüste und Bevölkerungsdruck immer knapper werden. Daraus resultieren zahlreicher werdende Konflikte. Das ungenügend ausgebildete System der Rechtspflege und unzureichende Kompetenz in der Zivilgesellschaft bringen Kontrahenten in solchen Konflikten immer häufiger zum Rückgriff auf Gewalt. Die praxisorientierte Ausbildung von Mitarbeiter/innen nigrischer zivilgesellschaftlicher Organisationen und Entwicklungsprojekte zu Trainer/innen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung und ihre Vernetzung sind Gegenstand dieses Projektes.

Dauer des Projektes: bis 31.7.2004
Personal: 1 ZFD-Friedensfachkraft, 1 lokale Friedensfachkraft


Kolumbien:
In Kolumbien wütet seit mehr als 40 Jahren ein nicht erklärter Krieg zwischen staatlichen Organen, Paramilitärs und Guerillagruppen. Leidtragende sind die 39 Millionen Menschen, die in Kolumbien leben: 57 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, 19,8 Prozent sind offiziell arbeitslos. Die Menschenrechtsverletzungen sind seit Jahrzehnten eklatant: Durchschnittlich wurden in den letzten Jahren 30.000 Morde pro Jahr verübt, davon 3.000 bis 3.600 politische Morde. Die Zahl der intern Vertriebenen beträgt 1,5 Millionen. Ursachen der Gewalt sind vor allem in der ungerechten Verteilung von Eigentum und Land, von Einkommen und Macht zu suchen. Wer die Lebensbedingungen der Armen zu verbessern versucht, macht sich Großgrundbesitzer, Industrielle, die Drogenmafia und das Militär zu Feinden. Seit Jahren werden soziale Protestbewegungen, darunter die Kirche, zum Teil massiv bedroht. Ziele Einer der AGEH-Partnerorganisationen, ein kirchennahes Beratungs- und Weiterbildungsinstitut arbeitet in der Erwachsenenbildung und engagiert sich im Bereich der Aus- und Weiterbildung für gewaltfreie Konfliktbearbeitung. Gewaltfreie Methoden des Widerstandes sollen erforscht und an Initiativen, Gruppen und Organisationen der Zivilgesellschaft und der Kirche, die als Multiplikatoren und Koordinatoren wirken, vermittelt werden. Darüber hinaus sollen Trainingsmaßnahmen für Friedenserziehung sowie Workshops und Seminare für Vertreter von Partnerorganisationen und -initiativen durchgeführt werden. Informationen und Ergebnisse der Maßnahmen sollen zugänglich gemacht werden und so weitere Verbreitung finden.


Aufgaben der AGEH-Friedensfachkräfte
  • Erstellung eines Handbuches zu Konfliktbearbeitung, Friedenspädagogik und Versöhnung: Methoden und Materialien werden aufgeführt, um die Erfahrungen und Instrumente der verschiedenen Institutionen besser nutzbar zu machen
  • Erarbeitung von Trainingsmodulen
  • Begleitung der Schulungen, Seminare und Workshops zur Multiplikatorenausbildung als Beitrag zur Verbreitung des Wissens über gewaltfreie Konfliktbearbeitung
  • Erstellung von Dokumentationen
  • Vernetzungsarbeit
  • Durchführung von Seminaren und Workshops.
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Uganda: Arbeit mit traumatisierten Bürgerkriegsflüchtlingen (AGEH)

Seit mehr als 10 Jahren herrscht im größten Teil Nord- Ugandas Krieg. Zehntausende wurden ermordet und verletzt. Ca. 10.000 Kinder sind in den letzten fünf Jahren von der Lord's Resistance Army verschleppt, physisch und psychisch misshandelt und als Kindersoldaten missbraucht worden. Die Menschen werden im eigenen Land zu Flüchtlingen, weil ihre Dörfer, Schulen, Gesundheitsstationen, aber auch ihre Felder und Ernten zerstört wurden.


Ziele

Die Partnerorganisation der AGEH in Uganda versucht, die Bevölkerung durch geeignete Dienste zu unterstützen. Voraussetzung ist aber, dass Frauen, Kinder, Jugendliche und Dorfgemeinschaften ihre traumatischen Erfahrungen überwinden können, damit sie Perspektiven für eine Zukunft entwickeln können, die auf gewaltlose Konfliktbearbeitung setzt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden lokale Teams aufgebaut, die auch von Fachkräften im ZFD unterstützt werden.

Aufgaben
  • Mitarbeit beim Aufbau und der Qualifizierung von lokalen Teams zur Arbeit mit traumatisierten Bevölkerungsgruppen.
  • Training des pädagogischen Personals in Schulen, Kindergärten und Gesundheitseinrichtungen für den angemessenen Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen.
  • Begleitung von traumatisierten Frauen bei der Bildung von Selbsthilfegruppen
  • Unterstützung der Kriegsflüchtlinge bei der Rückkehr in ihre Dörfer.
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Guatemala: Aufarbeitung der Vergangenheit als Voraussetzung für eine friedliche Zukunft (DED)
Nicaragua: Qualifizierung von PromotorInnen zur Verbesserung der Wahrnehmung und Bearbeitung von Menschenrechtsverletzungen (EIRENE)
Mexiko:Begleitung von Menschenrechtsgruppen (Peace Brigades International-Deutscher Zweig e.V.)

Guatemala:
Nach dem Friedensschluss 1996 in Guatemala ist die Dokumentation und Ahndung der Verbrechen während des Bürgerkrieges bis heute eine ungelöste Aufgabe. Denn 36 Jahre Krieg und Terror hinterließen eine schreckliche Bilanz: mehr als 160.000 Ermordete, 40.000 Verschwundene, 500.000 Flüchtlinge und Vertriebene. Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist die Voraussetzung für die nationale Versöhnung und für die Herstellung des Vertrauens der guatemaltekischen Bevölkerung in ihre politischen Institutionen und in die Sicherheit der Bürger. Der DED unterstützt die Organisationen "Alianza Contra la Impunidad" (ACI), die "Allianz gegen die Straffreiheit", und das "Centro de Análisis Forense y Ciencias Aplicadas" (CAFCA), das Forensische Zentrum, um einen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit und gleichzeitig zum Schutz der Menschenrechte zu leisten.


Dokumentation des Bürgerkrieges

ACI, ein Zusammenschluss von 25 Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Einzelpersonen in Guatemala, will die Strafverfolgung von politisch motivierten Gewalttaten und Verbrechen gegen die Menschenrechte unterstützen. ACI arbeitet damit im Sinne einer zivilgesellschaftlichen Kontrolle, aber auch der Unterstützung der guatemaltekischen Justiz.

ACI klärt die Bevölkerung über die Empfehlungen der von den Vereinten Nationen eingesetzten Wahrheitskommission auf und weist die Bevölkerung auf ihr Recht hin, sich für die Verfolgung der Verbrechen einzusetzen, die nicht unter das allgemeine Amnestiegesetz fallen. Gleichzeitig soll mit sozialwissenschaftlichen Studien belegt werden, welche Auswirkungen die Straffreiheit für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Vergangenheit und Gegenwart auf die guatemaltekische Gesellschaft gehabt hat. Schließlich will sich ACI auf politischer Ebene dafür einsetzen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Der DED unterstützt ACI durch die Entsendung von zwei Friedensfachkräften.
Eine Friedensfachkraft berät die Mitglieder der Alianza methodisch bei der Recherche, sowie in der Öffentlichkeits- und Fortbildungsarbeit. Ziel ist, die Empfehlungen der Wahrheitskommission in der Bevölkerung bekannt zu machen, das Wissen über die Kommission und die Friedensverträge zu erhöhen, um nicht zuletzt eine öffentliche Debatte zum Thema Straffreiheit in Gang zu bringen und Druck auf die Politik zu erzeugen. Seminare befassen sich mit dem Begriff der Straflosigkeit und den Gründen dafür. Strategien für Gegenaktionen und Öffentlichkeitsarbeit werden konzipiert. Eine Datenbank zur Erfassung der im Krieg vermissten Personen unterstützt die Mitglieder der Alianza bei juristischen Prozessen. Zusätzlich hat die Fachkraft ein Monitoringsystem der Einhaltung der Menschenrechte eingeführt.
Eine zweite Friedensfachkraft arbeitet mit der Abteilung Investigation der ACI zusammen. Sie berät bei der Koordinierung der Recherchen und Systematisierung der Arbeitsergebnisse. Interviews mit Zeitzeugen und Workshops zu bearbeiteten Fällen von Menschenrechtsverletzungen dienen der Aufklärung. Die Untersuchung beispielhafter Fälle von Straflosigkeit verfolgt darüber hinaus das Ziel, ein kritisches Verständnis für die Entstehung und die Auswirkungen der eingewurzelten Gewaltkultur zu entwickeln - und diese zu beenden. Die Studie "Folgen der Straffreiheit in Guatemala", erstellt unter Mitwirkung der Fachkraft, untersucht Beispiele der Straffreiheit und gibt Handlungsorientierungen zu ihrer Überwindung.

Nicaragua:
Im nach wie vor von den Folgen jahrzehntelangen Bürgerkriegs sowie von wirtschaftlichem und politischem Niedergang geprägten Nicaragua ist die Aufarbeitung und Prävention von Menschenrechtsverletzungen eine elementare Aufgabe. Die renommierte nikaraguanische Menschenrechtorganisation CENIDH bildet PromotorInnen aus, die im ganzen Land direkt in den Gemeinde über Menschenrechte informieren und ausbilden. Die Arbeit dieser PromotorInnen wird durch das Projekt qualifiziert und erweitert.

Dauer des Projektes: bis 31.12.2004
Personal: 1 ZFD-Friedensfachkraft


Mexiko:
Als aufstrebendes Industrieland und OECD-Mitglied gilt Mexiko als eine der gefestigten Demokratien Lateinamerikas. Doch in den letzten Jahren hat die Gewalt in Mexiko ein unerträgliches Ausmaß angenommen. Fälle von Ermordungen, gewaltsames Verschwindenlassen, das Aufkommen von Guerillaorganisationen und paramilitärischer Gruppierungen, Folter und die Vertreibung ganzer Gemeinschaften haben die Sorge wach werden lassen, Mexiko könnte in eine ähnliche Spirale der Gewalt hineingelangen wie andere Länder Lateinamerikas zuvor. Deshalb entstand auf Anfragen verschiedener kirchlicher Gruppen, Friedens- und Menschenrechtsorganisationen vor allem in Chiapas, Mexiko 1995 das Projekt SIPAZ ("Internationaler Dienst für Frieden"). Die Friedensfachkraft Heike Kammer ist für PBI - Deutscher Zweig e.V. im Zivilen Friedensdienst bei SIPAZ tätig. Die Mitglieder des SIPAZ-Teams empfangen internationale Besuchergruppen, veranstalten Trainings in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, unterstützen eine interreligiöse Dialoginitiative zwischen den Gemeinden und begleiten die Bevölkerung in entlegenen Konfliktgebieten. Mehr Information finden Sie unter http://www.sipaz.org.
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Kolumbien: Begleitung von Menschenrechtsaktivisten (Peace Brigades International)

Zwei vom ZFD finanzierte Friedensfachkräfte sind für Peace Brigade International in Kolumbien eingesetzt als Teil einer internationalen Präsenz zum Schutz der Menschenrechte. Ein internationales Team von derzeit 42 Friedensfachkräften bietet in vier Krisenregionen Kolumbiens (Urabá, Magdalena Medio, Medellin, Bogotá) internationale Schutzbegleitung für Menschenrechtsorganisationen und Vertriebenengemeinden. Aufgrund des zunehmenden Drucks und der Drohungen seitens der bewaffnet kämpfenden Gruppen gibt es für die Zivilbevölkerung immer weniger Spielraum, sich zu engagieren. Ziel der Tätigkeit ist es, den Handlungsraum für die Arbeit der Partnerorganisationen und damit für die Zivilgesellschaft aufrecht zu erhalten bzw. zu erweitern, ohne sich inhaltlich in deren Arbeit einzumischen. Dabei geht das Projekt davon aus, dass eine Konfliktlösung von den kolumbianischen Organisationen selbst gefunden werden muss. Grundsätzlich kann jede Organisation, die sich gewaltfrei für die Menschenrechte einsetzt, die PBI-Teams um Schutzbegleitung anfragen. Das Projekt steht zudem in ständigem Kontakt mit den zivilen und militärischen Autoritäten, sowie dem diplomatischen Korps und verschiedenen UN-Büros in Kolumbien, um im Rahmen einer multi-track-diplomacy die Wirksamkeit der Schutzbegleitung zu erhöhen und die Sicherheit der Freiwilligen und der begleiteten Organisationen zu garantieren. Ein weltweites Unterstützungsnetz gibt den Teams darüber hinaus internationalen Rückhalt für ihre Arbeit vor Ort, insbesondere durch ein weltweites Emergency Warning/ Response System namhafter Persönlichkeiten, die jederzeit bei Bedrohungssituationen gegenüber den kolumbianischen Autoritäten intervenieren können. Neben der Schutzbegleitung bietet PBI den Organisationen zwei- bis dreimal jährlich Trauma-Workshops zum "Wiederaufbau des sozialen Netzes" und zur sozio-psychologischen Verarbeitung des Erlebten an.
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Ruanda: Unterstützung von Ausbildungs- und Jugendzentren (DED)
Kamerun: Friedenspädagogik (EED)
Palästina / Israel Versöhnungsarbeit mit Jugendlichen (forum ZFD)

Ruanda:
Friedenserziehung durch Schulen stößt an ihre Grenzen in Ländern wie Ruanda, wo nur 20% der Kinder einen Primarschulabschluss erreichen, und entsprechend weniger Schülerinnen und Schüler eine weiterführende Schule besuchen. Hier muss die außerschulische Bildungsarbeit, z.B. in Jugendzentren und beruflichen Ausbildungsstätten, für diesen Zweck genutzt werden. Die Verknüpfung von Friedensarbeit mit der Verbesserung der Lebenschancen von Jugendlichen durch Ausbildungsprogramme ist in zweifacher Weise geeignet, dem Abdriften von beschäftigungslosen Jugendlichen in kriminelle Existenzformen und Gewalt entgegenzuarbeiten.
In diesem Sinne richtet eine Friedensfachkraft, die mit der Regierung der Provinz Butare zusammenarbeitet, ihr Augenmerk auf die Waisen und Straßenkinder und besonders die weiblichen Jugendlichen. Mit den Straßenkindern plant sie ein gemeinsames Ausbildungszentrum für die Bereiche Marketing und Produktion und vermittelt die Zusammenarbeit mit bestehenden Berufsbildungszentren.
Auch das Jugendzentrum Kimisagara im gleichnamigen Stadtteil der Hauptstadt Kigali ist zugleich Ausbildungszentrum und Treffpunkt für Jugendliche. Getragen wird es vom Ministerium für Jugend, Kultur und Sport und dem Nationalen Jugendrat, gewählten Vertretern der Jugend Ruandas. Während sich die Mitarbeiter des Kooperationsprojektes "Unterstützung der Ausbildung Jugendlicher" der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und des Landes Rheinland-Pfalz um die Förderung einer praxisnahen Berufsausbildung bemühen, erarbeitet ein ZFD-Psychologe mit seinen Kollegen vom Jugendzentrum ein Programm, das neben Aktivitäten in Sport, Musik und Theater auch praktikable und nachahmenswerte Methoden der Konfliktbearbeitung und Formen der Versöhnung einbeziehen soll. Sport wird hier gezielt zur Friedensarbeit eingesetzt. Zum Beispiel durch die sportpädagogische Variante "Fußball für den Frieden" aus Kolumbien, welche die ZFD-Fachkraft eingeführt hat. In gemischten Kleinfeldteams sind nur die Mädchen bzw. Frauen dazu berechtigt, Tore zu schießen. Die teilnehmenden Jungen und Männer bringen diese ins Spiel. Zweite Regelneuerung: man verzichtet auf den Schiedsrichter. Damit sind die Spielerinnen und Spieler selbst für die Einhaltung der Regeln und die Entfaltung einer Fair-Play-Kultur verantwortlich.
Ein wichtiges Element mit Breitenwirkung ist das "Gacaca-Mobil", ein reisendes Jugendkulturprogramm, das insbesondere junge Menschen in den ländlichen Regionen für die Gacaca-Verfahren sensibilisieren soll. Die Vorführungen der Akrobaten, Musiker, Tänzer und Schauspieler des Jugendzentrums, die eine Tournee durch Ruanda starten, versuchen den Jugendlichen den Gacaca-Gedanken näher zu bringen.
Mit Blick auf die Krisenregionen in den Nachbarländern Burundi, Kongo und Uganda sind die Verantwortlichen bestrebt "Kimisagara" zu einem Internationalen Zentrum für Friedenserziehung auszubauen.



Kamerun:
In Kamerun gibt es immer wieder erhebliche, auch gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Ethnien und zwischen den Regionen. Vor allem zwischen dem anglophonen und frankophonen Teil kommt es zu Spannungen. Die Friedensfachkraft des Evangelisches Entwicklungsdienstes arbeitet im Rahmen einer nationalen NRO an der Entwicklung und Durchführung von Fortbildungsprogrammen für Friedenserziehung an Schulen und in Universitäten.



Palästina / Israel:
Die eskalierende Gewalt im Heiligen Land wird von beiden Seiten sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die palästinensische Gesellschaft benötigt einen Diskurs, in dem die Bedrohungsängste der Israelis verstanden werden. Die israelische Seite muss lernen, die palästinensische Gesellschaft als prinzipiell gleichberechtigt wahrzunehmen. Die Fachkraft des forumZFD in Kooperation mit dem Förderverein Willy Brandt-Zentrum kann die bestehenden, zementierten Grenzen überschreiten und sich in beiden Realitäten bewegen. So führt sie im Rahmen des ZFD Seminare ("Entscheidung für Geschichte") unter anderem mit Mitgliedern der palästinensischen Fatah- und Fidah-Jugend sowie der Jugend der israelischen Arbeitspartei- und Meretz-Jugend durch. Diese dienen der Reflexion eigener Narrative (Lebensgeschichten) und versuchen existierende Tendenzen der beiderseitigen Abhängigkeiten bewusster zu machen und Strategien zu entwickeln, wie kooperative Herangehensweisen gestärkt werden können. Die Aufarbeitung der Konfliktursachen und der Abbau von identitätsstiftenden Feindbildern sowie von konfliktverschärfenden Mythen und Narrativen soll zur Konfliktverminderung beitragen.
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Sierra Leone: Gemeinwesenorientierte Versöhnungsarbeit (EED)
Niger (Region Tera): Konfliktbearbeitung im Zusammenhang mit der kommunalen Neugliederung (EIRENE)

Sierra Leone:
In Sierra Leone sind Tausende von Jugendlichen über zehn Jahre ohne jede Schuldbildung geblieben und können nicht mehr ins formale Schulsystem aufgenommen werden. Viele Familien sind seit Jahren aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Die durch den Evangelischen Entwicklungsdienst/Dienste in Übersee vermittelte Friedensfachkraft unterstützt den Sierra Leoner Erwachsenbildungsverband bei der Einrichtung Hunderter von Alphabetisierungsklassen, in denen ehemalige jugendliche Soldaten, Rebellen und auch ihre Opfer gemeinsam auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden. Flüchtlingsrückführungsprogramme werden durch unterschiedlichste Versöhnungs-Maßnahmen unterstützt.

Niger (Region Tera):
Im Kanton Gouroual, im Westen des Niger, verschärfen sich im Zusammenhang mit der geplanten kommunalen Neugliederung Spannungen zwischen ethnischen Gruppen. Durch das - gemeinsam mit der nigrischen Organisation RIDD-Fitila sowie in Kooperation mit Entwicklungsvorhaben internationaler Organisationen (SNV, UNDP, GTZ) durchgeführte - Projekt sollen folgende Ziele erreicht werden:
  • Verringerung der Spannungen zwischen Songhai und Tuareg in Goroual
  • Gewaltprävention bei der Umsetzung der Dezentralisierung
  • Umsetzung der Dezentralisierung auf eine den komplexen Wirtschafts- und Besitzstrukturen angemessene Weise
  • Dauerhafte Bewältigung von Ressourcenkonflikten
Dies soll durch die Befähigung der lokalen chefferie traditionnelle in Methoden der außer-institutionellen Konflikttransformation, die Beratung der lokalen Nicht-Regierungsorganisation RIDD-Fitila und damit die Ansiedelung von Ressourcen und Erfahrungen in Konfliktbearbeitung bei diesem lokalen Partner, den Aufbau von Foren zur Verständigung auf unterer Ebene und die Befähigung dieser Foren im konstruktiven Umgang mit Konflikten geschehen. In einzelnen Fällen wird das Projekt auch in der Lage sein, sogenannte "gute Dienste" anzubieten oder zur Vermittlung auf lokaler Ebene zur Verfügung zu stehen.

Dauer des Projektes: 2003 - 2006
Personal: 1 ZFD-Friedensfachkraft
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Simbabwe: Unterstützung der Bürgerrechtsorganisation Zimcet bei Informationsarbeit und Vernetzung. (Download) (WFD)

Mazedonien: Beratung von interethnischen Nichtregierungsorganisationen (AGEH)

Mazedonien:
Im Jahr 1991 zerbrach Jugoslawien und seither haben mehrere Kriege auf dem Balkan unsägliches Leid über die Menschen gebracht. Nur Mazedonien ist bisher von einem vergleichbaren Schicksal verschont geblieben. Aber auch in diesem Land sind Stabilität und Frieden gefährdet. Ohne den Einsatz der Blauhelme der Staatengemeinschaft hat der Frieden in Mazedonien geringe Chancen. Das kleine Land (rund 2 Millionen Einwohner) leidet unter den Folgen der kriegerischen Auseinandersetzungen: Arbeitslosigkeit, Resignation und Lethargie bestimmen den Alltag. Ethnische Spannungen zwischen Mazedoniern, Albanern und Roma haben sich verschärft. Die Situation gleicht einem Pulverfass. Wenn es nicht gelingt, diese Spannungen zu reduzieren, die Zivilgesellschaft zu stärken sowie die Wirtschaft und Entwicklung zu fördern, können die Konflikte jederzeit eskalieren.


Ziele

Im Rahmen der innerstaatlichen Erneuerung wurde beschlossen, dass 23 Prozent der sozialen Aufgaben von Nichtregierungsorganisationen zu übernehmen sind. Da insbesondere für Aufgaben des sozialen Managements kein fachlich qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, ist die Mitarbeit von Friedensfachkräften vorgesehen. Der Einsatz der Fachkräfte soll zur Qualifizierung der Mitarbeiter zivilgesellschaftlicher Organisationen unter besonderer Berücksichtigung der Minderheiten und des vorhandenen Konfliktpotentials beitragen.
Aufgaben

1. Mitarbeit - "Gastdozentur" - beim Institut für Sozialarbeit
  • Entwicklung von Fortbildungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen, z.B. Studierende, Lehrpersonal, Sozialarbeiter, Personal von Nichtregierungsorganisationen.
  • Integration von Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung in die Ausbildung von Sozialarbeiterinnen sowie in Fort- und Weiterbildungsprogramme
  • Mitwirkung bei Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, die insbesondere ethnische Spannungen kritisch in den Blick nehmen.
  • Planung und Organisation von Veranstaltungen für soziales Fachpersonal aus anderen Ländern der Region.
2. Beratung sozialer Initiativen und lokaler Nichtregierungsorganisationen
  • Beratung und Fortbildung von bereits bestehenden Nichtregierungsorganisationen sowie Gruppen und Initiativen im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen freien Trägern und dem Staat
  • Management in sozialen Organisationen
  • Afbau von Nichtregierungsorganisationen
  • Anregung zur Vernetzung von Fachleuten und Institutionen

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Bundesministerium für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (AGEH), Christliche Fachkräfte International (CFI), Deutscher Entwicklungsdienst (DED), EIRENE, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Forum Ziviler Friedensdienst (forum ZFD), Weltfriedensdienst (WFD)