Zehn Fragen, zehn Antworten

Was ist der ZFD?
Welche Ziele verfolgt der ZFD?
Gewalt ohne militärische Mittel einzudämmen oder zu verhindern und jene zivilgesellschaftlichen Kräfte stärken, die Konflikte friedlich regeln wollen – diese Ziele verfolgt der Zivile Friedensdienst. Er trägt in Krisenregionen dazu bei,
- den Ausbruch von Gewalt im Vorfeld zu verhindern (Krisenprävention),
- Konflikte friedlich zu regeln (Gewalt eindämmen),
- Strukturen und Institutionen aufzubauen, die Frieden langfristig sichern (Frieden stabilisieren).
Wo ist der ZFD aktiv?
Fachkräfte des ZFD arbeiten in Krisenregionen weltweit - weitere Informationen dazu unter "Zahlen und Fakten" und in der Online-Projektdatenbank. Auch in Deutschland werden Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung eingesetzt. Dabei fließen Erkenntnisse, die im Ausland gesammelt wurden, mit ein. Auf einer Landkarte lokaler Friedensarbeit werden darüber hinaus über 100 Projekte und Initiativen in Deutschland aufgezeigt.
Mit welchen Methoden arbeitet der ZFD?
Die Fachkräfte des ZFD arbeiten mit den Methoden der zivile Konfliktbearbeitung. ZFD-Fachkräfte treten nicht mit dem Anspruch an, Konflikte zu lösen. Vielmehr geht es darum, die Beteiligten dabei zu unterstützen, konstruktiv und ohne Gewalt einen Ausgleich zu suchen, von dem alle profitieren. Dazu müssen sie die Sichtweise der anderen Konfliktpartei verstehen und auch zu Kompromissen bereit sein. Die ZFD-Fachkräfte unterstützen ihre örtlichen Partnerorganisationen in den verschiedensten Bereichen. Sie schulen das Personal der Partnerorganisationen in Methoden ziviler Konfliktbearbeitung und unterstützen es bei seiner Arbeit.
Was leistet der ZFD?
Der Zivile Friedensdienst kann friedliche Wege des Interessensausgleichs und des Zusammenlebens ohne Gewalt eröffnen und dazu beitragen, die Grundlage für einen dauerhaften Frieden schaffen.
Kleine Erfolge zeigen sich in der alltäglichen Projektarbeit vor Ort. Wenn zum Beispiel Jugendliche unterschiedlicher Herkunft trotz bestehender Feindbilder an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wenn Dorfbewohner verfeindeter Ethnien zu vermittelnden Gesprächen zusammenkommen, wird deutlich: Der ZFD wirkt.
Erfolge im Großen sind nicht so leicht zu messen, da Maßnahmen des ZFD auf lange Sicht wirken und verschiedene Einflussfaktoren zusammenkommen. Die im Juni 2011 erschienene Untersuchung („Evaluation“) von ZFD-Projekten gibt Aufschluss über die langfristigen Effekte des ZFD.
Wer steckt hinter dem ZFD?
Der Zivile Friedensdienst wird von deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen getragen, die sich im Konsortium Ziviler Friedensdienst zusammengeschlossen haben. Diese Organisationen übernehmen die Projektsteuerung, wählen die Fachkräfte aus und bereiten sie für ihren Einsatz vor.
Die Fachkräfte des ZFD arbeiten vor Ort grundsätzlich immer mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, weil diese in ihrer jeweiligen Gesellschaft und Kultur verwurzelt sind und Frieden nicht von außen gestiftet, sondern nur gemeinsam erarbeitet werden kann. Die Perspektive der außen stehenden Fachkräfte kann dabei neue Sichtweisen einbringen und Friedensprozesse wirksam anstoßen und begleiten. Eine Übersicht über die Träger des ZFD findet sich hier.
Wer finanziert den ZFD?
Finanziert und gefördert wird der ZFD vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: www.bmz.bund.de. Rechtliche Grundlage ist das Entwicklungshelfergesetz (EhfG). Dieses sieht einen mindestens zweijährigen Einsatz, eine umfangreiche soziale Sicherung, Unterhaltsleistungen sowie die Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg vor. Der genaue Gesetzestext findet sich unter www.bundesrecht.juris.de/ehfg/BJNR005490969.html
Wo kann ich mehr über den ZFD erfahren?
Ausführliche Informationen zum Zivilen Friedensdienst erhalten Sie über die linke Menüleiste dieser Webseite. Hier stehen außerdem verschiedene Publikationen zum ZFD als Download bereit. Wenn Sie regelmäßig über Themen und Aktivitäten des ZFD informiert werden möchten, können Sie hier den ZFD-Newsletter abonnieren, der Sie mehrmals pro Jahr per E-Mail erreicht. Darüber hinaus stellen die Trägerorganisationen des ZFD auf ihren Internetseiten weiteres Material zum Zivilen Friedensdienst bereit.
Wer kann ZFD-Fachkraft werden?
ZFD-Fachkräfte können Männer und Frauen mit Lebens- und Berufserfahrung werden. Offene Stellen in ZFD-Projekten werden regulär ausgeschrieben. Eine Bewerbung erfolgt direkt bei den einzelnen Trägern. Dort durchlaufen angehende Friedensfachkräfte ein individuelles Vorbereitungsprogramm, das sie umfassend für ihren mehrjährigen Auslandseinsätze schult. Für die Arbeit als ZFD-Fachkraft sind Qualifikationen in ziviler Konfliktbearbeitung sinnvoll, die sich im Vorfeld in Workshops, Seminaren und Fortbildungskursen erlernen lassen. Mehr dazu hier.
Was bringt mir die Tätigkeit als ZFD-Fachkraft?
Als Fachkraft in einem Projekt des ZFD mitzuarbeiten, stellt hohe Anforderungen – bietet zugleich aber auch außergewöhnliche Möglichkeiten. Es bedeutet, mit Engagement und Sachverstand in einem sinnvollen, aber mitunter sehr anspruchsvollen Projekt mitzuarbeiten und für einige Jahre im Ausland zu leben. Die persönlichen und beruflichen Erfahrungen, die Fachkräfte bei ihrem Auslandseinsatz machen, sind unschätzbar.
Die rechtliche Grundlage für den Projekteinsatz als ZFD-Fachkraft ist das Entwicklungshelfergesetz (EhfG). Dieses garantiert eine umfangreiche soziale Absicherung, Unterhaltsleistungen zur Sicherung des Lebensbedarfs sowie eine Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg.
Die vermittelnden Träger sorgen im Vorfeld für eine umfangreiche Vorbereitung und Qualifizierung und stehen den Fachkräften auch nach ihrer Rückkehr zur Seite.
